Schädlinge
Ameisen
Wegameise (Lasius niger)
Ameisen können lästig werden, vor allem wenn sie gerade fliegen. Doch diese Tiere sind harmlos. Die Rede ist von der Schwarzgrauen Wegameise bzw. Gartenameise (Lasius niger), die der Familie der Formicidae angehört. Die scharfe Säure, die diese Ameisen verspritzen, kann unverletzte Menschenhaut nicht durchdringen. Köder gegen Ameisen führen zuerst zu einer Steigerung des Ameisenbefalls. Dies spricht jedoch nur für die gute Annahme des Köders. In zwei bis drei Wochen ist der Spuk meistens vorbei.
Allgemein
Hierbei handelt es sich um eine in unseren Breitengraden weitverbreitete Art; eine der häufigsten Ameisen bei uns, die zumeist im Freien lebt. Die flügellosen Arbeiterinnen werden bis zu 4 mm lang. Von den Pharaoameisen unterscheiden sie sich deutlich durch den eingliedrigen Verbindungsstiel zwischen Brust und Hinterleib. Die Tiere besitzen Giftdrüsen, aus denen ein Sekret gegen Feinde gesprüht werden kann. Wegameisen sind grau bis dunkelbraun.
Lebensweise
Bei der Wegameise handelt es sich um ein Tier, welches bevorzugt im Freien lebt und menschliche Behausungen im Allgemeinen nicht sucht. Wenn eine Königin jedoch innerhalb einer Wohnung einen geeigneten Nistplatz vorfindet, so ist ein sehr hartnäckiger Hausgast gegeben. Die Geschlechtsreife der Tiere liegt im Sommer - in Schwärmen kommt es zum Auftreten der geflügelten Tiere. Das befruchtete Weibchen überwintert dann im allgemeinen in einem Erdloch o.ä. und beginnt im Frühjahr mit der Eiablage. Hierzu werden Mauerritzen, Baumrinden, Steinspalten etc. bevorzugt. Jedes Volk verfügt über eine Königin. Die Entwicklung der Tiere erfolgt über Larven und Puppenstadium. Im Haus nehmen sie nicht nur zuckerhaltige Nahrung zu sich, sondern verschmähen auch eiweißhaltige Kost wie Fleisch oder Ei nicht. Die Verständigung der Tiere erfolgt durch Düfte. Wird eine ergiebige Futterquelle gefunden, führt bald eine solche Duftspur ins Haus und lockt somit unzählige der kleinen Tiere an.
Schadbilder
Lebensmittel werden durch Fraßspuren unansehnlich und nehmen so leichter Keime auf. Wirklichen Schaden aber richten die Wegameisen wohl nur dann an, wenn sie in älteren Häusern die Dachbodenhölzer bevölkern und diese nach und nach zerstören.
Bekämpfung
Da Ameisen sich durch Düfte verständigen, können sie auch mit Düften evtl. abgewehrt werden. Es lohnen sich Versuche mit Rainfarn, Lavendel und Majoran. Ameisen gehen nicht gern über feinpuderige Substanzen, so dass z.B. ausgestreutes Backpulver für die Tiere wie eine Barriere wirkt - ähnliches lässt sich auch mit fein zerdrückten Eierschalen erreichen. Zimmerpflanzen, die von Blattläusen befallen sind, sollten schnell behandelt werden (oder im Sommer in den Garten aussiedeln), da die Läuse die Ameisen geradezu anziehen. Ritzen und Mauerfugen, durch welche die Tiere das Haus betreten, sollten gesucht und abgedichtet werden. Bei stärkerem Befall lohnt es sich, den Weg der Ameisenstraßen zu verfolgen und so herauszufinden, wo die Futterquelle der Tiere liegt. Diese dann beseitigen - oft ziehen sich die Tiere zurück, wenn sie kein Futter mehr finden. Deshalb auch alle Nahrungsmittel im Haus fest verschlossen aufbewahren. Es ist übrigens unsinnig, die frei herumlaufenden Arbeiterinnen zu töten. Die Ameisen eines Nestes vermehren sich so lange, wie ihre Königin am Leben ist. Allerdings sollte man einzeln laufende Arbeiterinnen möglichst rasch aus dem Haus werfen, da es sich hierbei um auf Futtersuche befindliche Tiere handeln könnte, die bei Erfolg eine ganze Armee herbeirufen würden.
Ein Blick in Blumentöpfe lohnt durchaus - nicht selten finden sich darin Ameisennester. Vorbeugend sollte man, wenn ein Hochzeitsflug der Ameisen in der Nähe der Wohnung stattfindet, die Fenster öffnen - die fliegenden Tiere bewegen sich auf das Licht zu und suchen so das Freie; ein eingeschalteter starker Ventilator kann unterstützend eingesetzt werden.
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Bettwanze
Bettwanze (Cimex lactularius)
Allgemein
Bis vor kurzer Zeit war die Bettwanze (5-6 mm Größe) in Europa ein weitverbreiteter Parasit in vernachlässigten Wohnungen und Hotels. Heutzutage tritt sie seltener auf, das Wanzenvorkommen ist aber seit den letzten 20 Jahren wieder gestiegen.
Lebensweise
Die erwachsenen Bettwanzen und auch die Larven ernähren sich von Blut. Sie sind sehr lichtscheu und fallen deshalb nachts ihren Wirt an. Mittels Saugrüsseln stechen sie in freiliegende Körperteile. Hierbei können sie bis zu 7 mg Blut saugen, nahezu das Fünffache des eigenen Körpergewichtes. Dieser Stich wird kaum wahrgenommen, jedoch die Folgen wie z.B. juckende Pickel und Schwellungen an der Einstichstelle werden vielfach als unangenehm empfunden.
Nachdem die Bettwanze sich bei ihrem Wirt gesättigt hat, versteckt sie sich in Matratzen, Ritzen oder Polstern, Wand- und Deckenrissen, hinter Bildern, Tapeten oder ähnlichen versteckten Winkeln.Hier legen die Weibchen auch ihre Eier ab. Die Entwicklung der Bettwanzen verläuft am günstigsten bei einer Temperatur von 18-20 °C. Wenn sie dann ständig reichhaltige Nahrung bekommt, dauert es nur etwa 6-9 Wochen zur Entwicklung einer Generation. Die Tiere sind aber in der Lage, mehrere Monate lang zu hungern.
Schäden
Bislang fehlt bei Bettwanzen der Beweis, daß sie Überträger von Infektionskrankheiten sind. Nichtsdestotrotz ist ihr Vorhandensein aus hygienischer Sicht bedenklich, so daß es beim zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden sollte.
Vorbeugung und Bekämpfung
Bei einem durch Bettwanzen verseuchten Objekt ist es erforderlich, eine Gasbehandlung der Einrichtung durchzuführen. Desweiteren besteht die Möglichkeit eine Entseuchung mit einem Langzeit-Insektizid durchzuführen; diese sollte ein Fachbetrieb durchführen. Gegenstände, in denen sich Bettwanzen versteckt halten können, lassen sich durch eine Erhitzung auf über 40°C von Befall befreien. Sollte dieses nicht gelingen, muß für eine Stunde auf über 60°C erhitzt oder eine Gasbehandlung durchgeführt werden
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Brotkäfer
Brotkäfer (Stegobium paniceum)
Allgemein
Diese über die ganze Welt verbreitete Art gehört zu den ernsthaftesten Vorratsschädlingen. Sie treibt nicht nur in Haushalten ihr Unwesen, wo sie manchmal in großer Zahl auftritt, sondern auch in Lebensmittelbetrieben und Lagerräumen, in Apotheken und Büchereien, Schaden richten aber nur die Larven an, die Imago nagt ihr Ausflugloch und nimmt dann eine winzige Nahrungsmenge auf.
Aussehen
Der Brotkäfer erreicht eine Körperlänge von 1,75 - 4 mm. Er ist rostrot bis braun gefärbt und fein behaart. Fühler mit 3-gliedriger Endkeule, deren Glieder besonders lang sind. Der Halsschild ist seitlich scharf gerandet und ohne Höcker. Die Flügeldecken haben Punktstreifen.
Entwicklung / Lebensweise
Das Weibchen legt ca. 60 Eier auf eine für Larven geeignete Nahrung oder in deren unmittelbarer Nähe. Die jungen Larven sind sehr beweglich und dringen leicht in undichte Behälter ein. Ältere Larven sind weiß, glänzend. In festem Material nagen sie sich Gänge.
Die geschlüpften Käfer hinterlassen charakteristisch runde, oft in großer Zahl beieinanderliegende Ausfluglöcher von nicht ganz 2 mm Durchmesser. In trockenem, lockerem Material legt sich die Larve mit der Vollendung ihrer Entwicklung eine Kammer an, in der sie sich verpuppt und als fertige Imago noch ein paar Tage bleibt. Die Entwicklung dauert bei 18°C 4 Monate, bei 22°C nicht ganz 3 Monate.
In der gemäßigten Zone bringt diese Art in unbeheizten Gebäuden jährlich eine, höchstens zwei Generationen hervor. Für gewöhnlich überwintern Larven oder Puppen. In beheizten Gebäuden können sogar vier Generationen im Jahr Zustandekommen.
Die häufigste Nahrung der Larven sind hartes Brot und Gebäck, aber auch Mehl, Teigwaren, Reis, Hülsenfrüchte, Schokolade, Kakao, Kaffee-Ersatz, Tee, Nüsse, Dörrgemüse, Trockenpilze, Gewürze, Heilkräuter, Kork, Leder und Papier. Der Brotkäfer beschädigt auch Tapeten, von deren Leim er sich dabei ernährt, und ist einer der ärgsten Schädlinge in Bibliotheken. Es wurden sogar Fälle bekannt, in denen sich eine Larve nach und nach durch eine lange Reihe nebeneinander stehender Bände hindurchgefressen hat. Nicht einmal Zinnfolie oder Bleiblech stellten ihr ein Hindernis dar.
Der Brotkäfer ist einer der wenigen Schädlinge, die sich auch in sehr trockenen Substraten (mit einem Feuchtigkeitsgehalt unter 8%) entwickeln können.
Vorbeugung:
Lebensmittel sollten in gut dichtende Behälter oder starkwandige Plastikbeuteln verschlossen werden. Die Lagerung kurz halten und Eingangskontrolle der Ware (vor allem Dauerbackwaren).
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Dörrobstmotte
Dörrobstmotte
Die am häufigsten in Süßwaren vorkommenden Schädlinge sind die Dörrobstmotten. Sie sind eine echte Plage: Von der Nußschokolade über den Früchteriegel bis hin zum Müsli - vor diesen Schmetterlingen ist nur wenig sicher. Aus großen Lebensmittellagern eingeschleppt, vermehrt sich diese Motte jetzt in häuslichen Vorratskammern. In Müslimischungen fühlt sich die Dörrobstmotte am wohlsten. Halten Sie deshalb solche Packungen immer ganz dicht verschlossen.
Erkennen
Dörrobstmotten (Plodia interpunctella) haben ein ähnliches Aussehen wie kleine Schmetterlinge. Im Ruhezustand bildet ihr Körper ein schmales Dreieck von etwa 8 bis 10 mm Größe. Ihre Vorderflügelenden sind bronzefarben.
Vorkommen
Die Dörrobstmotte ist in Mitteleuropa der wohl am häufigsten vorkommende Schädling an Süßwaren. Darüber hinaus lebt sie auch von Erd-, Hasel- und Walnüssen, Mandeln, Sämereien, Gewürzen, Trockengemüsen, Müslimischungen, seltener in Getreide und Mehl.
Den Befall eines Nahrungsmittels erkennt man an der Gegenwart kleiner Schmetterlingsraupen von weißer bis leicht grünlicher Färbung, an der Gespinstbildung (oft mit Kot behaftet) und an den dort gelegentlich auch zahlreich sitzenden Mottenfaltern.
Verpuppungsbereite Raupen verlassen oft das Nährsubstrat und wandern zwecks Suche nach einem Verpuppungsort umher. Es ist zu beobachten, daß sich die Raupen zur Verpuppung in dunkle Ecken begeben. So kann es passieren, daß Gespinste in der Nähe von zur Entwicklung völlig ungeeigneten Substraten (Papier, Windeln u.ä.) liegen.
Es kann auch ein nur scheinbarer Befall vorliegen, indem die Raupen nur in den Tütenverschluß kriechen, um sich dort zu verpuppen.
Schäden
Die Ausbreitung der Dörrobstmotte in den Lagern von Lebensmittelbetrieben ist eine echte Plage. Mit Süßwaren (Nußschokolade, Früchteriegel, Rosinen, Studentenfutter, andere Nußmischungen) und nuß-/trocken-obsthaltigen Müslimischungen werden die Dörrobstmotten meist in die Privathaushalte verschleppt.
Vermeidung
Bei einer Lagerung der Vorräte unter 18° C. könne sich die Tiere nicht entwickeln: Vorräte stets kühl und trocken lagern!
Bekämpfung
Sie sollten zuallererst ausfindig machen, wo die Tiere sitzen. Dazu sollten alle oben genannten pflanzlichen Lebensmittel kontrolliert werden, oft sind es bereits in Vergessenheit geratene Verpackungen.
Befallene Lebensmittel sind am besten zu vernichten, also fortzuwerfen. Bei schwachem Befall können Motten und Raupen abgetötet werden, indem Sie die Waren für eine Stunde auf 60° bis 70° C. erhitzen. Das eignet sich allerdings nicht für alle Vorräte.
Das gleiche Ergebnis erreicht man durch ein ein- bis zweitägiges Tiefgefrieren. Ein versehentlicher Verzehr der Insekten ist nicht gesundheitsschädlich.
In der chemischen Anwendung können die umherfliegenden Motten mit pyrethrumhaltigen Sprühmitteln bekämpft werden. Zur Behandlung muß die Speisekammer aber leer geräumt werden. Pyrethrum eignet sich gut für den Haushalt, da es nach kurzer Zeit in unschädliche Substanzen zerfällt.
Neu sind Sexuallockstoffe, die recht gut wirken. Sie fangen nahezu alle Männchen ab, so daß unbegattete Weibchen keine Nachkommen mehr produzieren können. Allerdings sollten dann immer die Fenster geschlossen sein,, sonst werden weitere Männchen von draußen angelockt.
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Flöhe
Jahr für Jahr werden Millionen von Wohnungen von Flöhen befallen. Das hängt meistens mit Haustieren zusammen. Erwachsene Flöhe ernähren sich von Blut. Sie stechen eine Vielzahl von Tieren - und auch den Menschen. Die Reaktion auf Flohstiche hängt von der Empfindlichkeit der Opfer ab. Manche Flöhe übertragen Krankheiten, so auch die Bandwürmer von Katzen und Hunden.
Die Abbildung rechts zeigt, welche Stadien es im Leben eines Flohs gibt. Nur der erwachsene Floh sticht. Die anderen Stadien, nämlich Ei, Larve und Puppe, bleiben daher oft unbemerkt. Man findet Flöhe dort, wo die unfreiwilligen Blutspender bevorzugt umherlaufen oder rasten.
Eine erfolgreiche Bekämpfung setzt die koordinierte Zusammenarbeit zwischen Wohnungsinhaber und Schädlingsbekämpfer voraus. Hierbei gilt die nachfolgend dargestellte Arbeitsteilung.
Aufgaben des Wohnungsinhabers:
- Fußböden und Teppiche vollständig und sorgfältig absaugen, ebenso Kissen und Polstemöbel. Besonders auf Scheuerleisten, Ecken und alle jene Stellen achten, wo sich Haustiere bevorzugt aufhalten. Die Staubsaugerbeutel in Plastikbeuteln o.ä. luftdicht verschließen und alsbald beseitigen.
- Unterlagen in den Schlafstätten der Haustiere, also Teppiche, Decken, Kissen usw., heiß waschen, reinigen oder vernichten.
- Haustiere beim Tierarzt auf Befall untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen. Dies muß am Tag der Raumentwesung geschehen. Hierzu ein Hinweis: Das Ausbringen von Insektiziden bzw. das Anlegen von Hunde- / Katzenhalsbändern reicht nicht, weil sie zu langsam wirken.
- Die Haustiere dürfen erst in die behandelten Räume zurück, nachdem die hier besprühten Oberflächen vollständig abgetrocknet sind.
- Mindestens acht Tage sollten die Böden nicht naß gereinigt werden, um die Langzeitwirkung nicht zu beeinträchtigen.
Aufgaben des Schädlingsbekämpfers:
Geeignete Bekämpfungsmittel werden dort ausgebracht, wo sie Flöhe bzw. Ihre Entwicklungsstadien treffen, d.h. auf Teppichen, Polstermöbeln und in fußbodennahen Ritzen und Fugen. Zuweilen müssen benachbarte Räume, Garagen, Hundezwinger und Teile des Gartens einbezogen werden.
Eier und Puppen erfasst die Behandlung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln nicht. Darum können nach einer solchen Aktion frisch geschlüpfte Flöhe auftreten. Die meisten davon werden der Langzeitwirkung des Präparates zum Opfer fallen. Zuweilen kann eine zweite Behandlung notwendig werden.
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Hausbock
Hausbock (Hylotrupes bajulus)
Verbreitung
Der Hausbockkäfer ist nahezu ausschließlich auf dem europäischen Festland verbreitet, im Mittelmeerraum sowie auf den britischen Inseln ist seine Verbreitung kaum zu beobachten. Er tritt überwiegend in Häusern auf, hierbei bevorzugt er die Dachkonstruktionen.
Im Außenbereich entwickelt er sich vor allem in Leitungsmasten, Zaunpfählen und ähnlichem, wobei diese aus geeigneten Hölzern beschaffen sein müssen.
Aussehen
Die Käfer sind 10 bis 25 mm lang und haben die typisch langen unterteilten Fühler. Die Flügeldecken haben auffallende weiße Flecken, welche aus weißen Härchen bestehen. Sie ziehen sich über beide Flügeldecken. Auf dem Halsschild des Käfers befinden sich zwei schwarz-glänzende Schwielen.
Im Gegensatz zu den Weibchen sind die männlichen Tiere durchschnittlich kleiner, haben längere Fühler und besitzen keinen verlängerten Analschild.
Die Larven des Hausbockkäfers sind in ausgewachsenem Zustand etwa 15 bis 30 mm lang. Sie sind länglich gestreckt und kaum behaart. An den vorderen Brustringen befinden sich drei Beinpaare, welche bis auf kurze Stummel zurückgebildet sind und mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen sind. Die drei Punktaugen befinden sich jeweils links und rechts auf der Fühlerbasis in senkrechter Reihe.
Lebensweise
Das Hausbockkäferweibchen legt in 4 bis 7 Gelegen ca. 50 bis 160 Eier, welche 2 mm lang sind. Die Larven ernähren sich von Eiweißstoffen des befallenen Nadelholzes. Das Splintholz, dessen Eiweißgehalt besonders hoch ist, wird bevorzugt befallen.
Befallsmerkmale
Die angerichteten Schäden durch den Hausbockkäfer beruhen im wesentlichen auf die Fraßtätigkeit der Larven, die in langjährigen Prozessen Fraßgänge im Holz anlegen und somit tragende Teile von Häusern in ihrer Statik schädigen. Rückschlüsse auf die Zerstörung des Holzes lassen sich durch die Anzahl der Ausfluglöcher nicht ziehen.
Die Larven lassen die beim Holz papierdünne Außenschicht unversehrt, um sich unter der Oberfläche zu verpuppen. Die Larvengänge sind im Querschnitt oval, welche mit Kot und lockerem Bohrmehl gefüllt sind. Sie zeigen eine typische "Rippelmarkenstruktur".
Grenzwerte
Bei Temperaturen unterhalb von 10° C stellen die Larven ihre Fraßtätigkeit ein, nehmen sie aber bei steigenden Temperaturen wieder auf. Frost ertragen sie bis -10° C und Hitze nur bis etwa 38°C.
Text: Div. Quellen; u.a. Sellenschlo/Kolls und Zuska
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Hausmaus
Hausmaus (Mus Musculus)
- Gewicht: 15g
- Kopf-Rumpflänge: 6-9 cm
- Schwanzlänge: 8-10 cm
- Vorkommen: im Freien und in Gebäuden
·in Deutschland kommen zwei Unterarten vor: die Hausmaus (Mus musculus domesticus) kommt westlich der Elbe vor, die Nördliche Hausmaus oder Feld-hausmaus (Mus musculus musculus) kommt dagegen östlich der Elbe vor, in Bayern verläuft die Trennungslinie zwischen den Gebieten der beiden Unterarten auf der Linie Regensburg-München-Chiemsee
- Nahrung: Getreideprodukte, kann ohne Flüssigkeit auskommen
·frisst von allem nur kleine Mengen auf einmal, etwa 3g am Tag.
Aussehen
Die Hausmaus besitzt eine kaninchen-farbenähnliche Färbung, wobei die Unterseite des Körpers etwas heller gehalten ist. Der Schwanz des Tieres ist in etwa genauso lang wie der Körper.
Lebensweise
Die Hausmaus ist neben dem Menschen der zahlreichste Säuger. Ursprünglich lebte sie im Mittelmeerraum und in den Steppenlandschaften Asiens bis nach China und Japan. Heute findet man sie auf der ganzen Welt in der Nähe menschlicher Siedlungen. Favorisiert werden u.a. Bauernhöfe, Supermärkte, Wohnhäuser und Lebensmittelbetriebe. Sobald in einem Gebäude Unterschlupf- und Ernährungsmöglichkeiten für die Hausmaus gegeben sind, ist von potentiellem Befall auszugehen, wobei die Menge der Nahrungsmittel nur die Zahl der Mäuse beeinflusst. Wasserquellen bedeuten nicht automatisch, dass sich ein Befall einstellt, denn als ehemalige Steppentiere reicht der Gehalt an Wasser in unseren Lebensmittel für die Hausmaus vollkommen aus. Ziel der Hausmaus ist es, ihren Unterschlupf so nah wie möglich an die Ernährungsquelle zu legen. Der Aktionsradius beträgt gewöhnlich nur etwa 10 Meter, wird aber beeinflusst dadurch, dass es entweder in der Nähe keine Unterschlupfmöglichkeit gibt oder bereits andere Mäuse vorhanden sind. Obwohl die Hausmaus innerhalb der Gebäude keine natürlichen Feinde hat, ist es ihr Instinkt, an geschützten Platzen zu fressen.
Hausmäuse sind Vegetarier und bevorzugen Getreide aufgrund des höheren Energiepotentials. Ganze Körner werden besser angenommen, da diese mit den Vorderpfoten festgehalten werden können. Hausmäuse leben im Gegensatz zu Ratten nicht in Rudeln. Sie leben einzeln oder im Familienverband. Es sind neugierige Tiere, die ziemlich viel probieren und alles benagen, ohne fressen zu wollen. Sie entwickeln sich selten zu Nahrungsspezialisten.
Verbreitung
Ihre Verbreitung ist auf die gute Fortpflanzungsfähigkeit zurückzuführen. Ein Tier ist bereits nach 42 Tagen geschlechtsreif. Weibchen werfen nach einer ca. 19 bis 29 tägigen Trächtigkeit rund 6 Jungtiere. Im Schnitt bringt ein Mausweibchen jährlich fast 45 Junge zur Welt.
Vorbeugung
Um sich vor Mausbefall zu schützen, sollte ein regelmäßiges und sorgfältiges Reinemachen Vorrang haben. Nahrung sollte in geeigneten Behältnissen aufbewahrt werden und Abfälle ordnungsgemäß vernichtet werden. Ritzen und Schädigungen von Grundmauern sowie von Betonfußböden müssen abgedichtet werden und Fenster und Türen sollten gut schließen, damit man zumindest einen Befall durch die Hausmaus vorbeugen kann.
Biologie
Auf der Oberseite dunkel bis schwarz, unterseits grau gefärbt. Körper und Schwanz jeweils bis 9 cm lang. Große Vermehrungsfähigkeit. 4-8 Junge pro Wurf, 4-6 Würfe jährlich. Lebt bevorzugt in trockenen Räumen, kann Kälte gut vertragen.
Schäden
Lebens- und Futtermittel, aber auch Textilien, Papier, Leder u.a. werden angefressen und durch Exkremente verunreinigt. An Getreide unterscheidet sich Auftreten der Mäuse von Rattenbefall durch das Vorhandensein von kleinen, ca. 1-2 mm großen Nagespänen (Spelzen, Kornstückchen). Überträgt auch Krankheiten, z.B. Paratyphus, Trichinose u.a.
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Holzwurm
Holzwurm (Annobium punctatum)
Vorkommen und Bedeutung
Der Anobium punctatum, auch falsche Totenuhr genannt, ist der wichtigste einheimische Nagekäfer und in ganz Europa verbreitet. Durch Einschleppung verbreitet wurde der Anobium punctatum im südlichen Afrika, in den USA, in Brasilien sowie Südost-Australien und Neuseeland. Nadel- und Laubhölzer werden gleichermaßen angegriffen, bevorzugt werden Splinthölzer und Weichhölzer. Dauerhafte Kernhölzer werden nur nach vorhergegangenem Pilzbewuchs befallen. Tropische Hölzer wie Abachi, Ilomba oder Limba werden nicht angegriffen. Als Zerstörer von Kunstobjekten (Holztafeln, Skulpturen, ornamentales Schnitzwerk), Möbeln, Musikinstrumenten und Gebrauchsgegenständen aus Holz ist der Gewöhnliche Nagekäfer an erster Stelle unter den holzzerstörenden Insekten einzuordnen.
Gute Entwicklungsmöglichkeiten findet er in kühlen, feuchten Räumlichkeiten (Keller, Kirchen). In Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit und mäßigen Temperaturen werden auch Dachkonstruktionen, Stallungen und ähnliche Objekte befallen.
Der Käfer
Der 2,5 bis 6 mm, meist aber 3 bis 5 mm lange Käfer ist von gedrungener, ovaler Form, im Querschnitt rund. Er ist meist dunkelbraun, gelegentlich heller oder schwarzbraun.
Der spitz nach oben gewölbte Halsschild ist kapuzenartig über den Kopf gezogen. Die Flügeldecken sind mit längslaufenden, deutlich hervortretenden Punktreihen versehen, die Vertiefungen in der Flügeldecke sind. Die drei Endglieder der Antenne sind verdickt und von etwa gleicher Größe.
Die Larve
Die im ausgewachsenen Zustand bis zu 6 mm lange Larve ist cremefarben und fein behaart. Die Larve ist engerlingsartig gekrümmt und besitzt drei gut ausgebildete Beinpaare. Der Kopf ist gelblich-braun und trägt dunkelbraune Kauwerkzeuge.
Lebensweise
Die etwa 0,3 mm langen Eier werden einzeln in Risse, Spalten oder alte Bohrlöcher abgelegt.
Ein Weibchen legt ca. 20-30 Eier. Nach ca. 2-3 Wochen schlüpfen die jungen Larven, bohren sich in das Holz und leben dort im ungünstigsten Fall bis zu 10 Jahren. Nach einer zwei- bis vierwöchigen Puppenruhe schlüpfen die Käfer und verlassen das Holz durch sichtbare kreisrunde Bohrlöcher, wobei oft feines Bohrmehl ausgestoßen wird.
Die Käfer schlüpfen zwischen April und August, vermehrt aber im Mai und Juni.
Befallsmerkmale
Befall durch A. punctatum macht sich durch kreisförmige Bohrlocher von ca. 0,7 bis 3,3 mm Durchmesser bemerkbar. Die Fraßgänge verlaufen zumeist im Splintholz, Rinde und Kernholz werden gemieden. In Nadelhölzern folgen die Gänge den Jahresringen. Die Fraßgänge, die der Gemeine Nagekäfer hinterlässt sind mit Kot und feinem Bohrmehl angefüllt.
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Kellerassel
Kellerassel (Porcellio scaber)
Im Keller unerwünscht, sind die Asseln im Garten jedoch sehr nützliche Tiere. Auf dem Komposthaufen erweist sich die Kellerassel als überaus nützlich. Wie Regenwürmer beschleunigen auch sie den Zerfall der Bioabfälle. Aus der Familie der Porcellionidae geht es hier genau genommen um Kellerasseln oder Körnerasseln (Porcellio scaber) und Mauerasseln (Oniscus asellus)
Aussehen
Die Kellerassel hat eine rauh gekörnelte Haut, welche schwarz bis schiefergrau gefärbt ist. Oft sind die Muskelansatzstellen auf dem Rücken rötlich oder ockergelb marmoriert. Die Fühlergeißel besteht aus 2 Gliedern. Die Asseln erreichen eine Größe zwischen 15-18 mm.
Vorkommen, Lebensweise
Die Art stammt aus Westeuropa, hat sich als Begleiter des Menschen jedoch fast über die ganze Welt verbreitet. Sie sind nahe Verwandte der Krebse und Krabben, haben sich aber an ein Leben auf dem Trockenen angepaßt.
Die Kellerassel erscheint in Kellern, feuchten Erdgeschoßräumen, in Klosetts, aber auch außerhalb der Gebäude unter Ziegeln, Steinen oder Holzstücken.
Diese Tiere ernähren sich in erster Linie von verfaulenden Pflanzenteilen, greifen aber in Vorratskellern auch lagerndes Gemüse, Obst und Kartoffeln an. Ihr Fraßbild an Blättern, Früchten, Knollen und Wurzeln ist dem der Schnecken ähnlich, nur sind die Löcher an Blättern gewöhnlich nicht so groß. Die Asseln finden sich aber auch in Kellern, in denen keine Stoffe aufbewahrt werden, die Ihnen zur Nahrung dienen können, wahrscheinlich hier nur zur Überwinterung. Auch in Wohnungen können sie mit Gemüse verschleppt werden oder über Bewuchs der Hauswände mit Efeu etc. einwandern, sind aber mehr durch Ekelerregung als durch Fraß schädlich.
Biologie
Die Asseln atmen zum Teil noch durch Kiemen und durch Verdunstung geben sie sehr viel Wasser über die Haut wieder ab. Sie brauchen deshalb eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Während sie in feuchter Umgebung lichtscheu sind und nur für etwa eine Stunde in der Nacht aktiv werden, wird durch Trockenheit ihre Lichtscheu überwunden, weshalb man sie auch am Tage wandern sehen kann. Gegen Temperaturunterschiede hingegen sind sie nicht so empfindlich.
Die Zahl der Eier ist bei den Kellerasseln jahreszeitlich verschieden (im Sommer rund 85, im Herbst etwa 35). Sie werden in den Brutbeutel abgelegt, wo die Embryonalentwicklung stattfindet. Die ersten Mancastadien schlüpfen nach 35 Tagen aus leben dort 16 Tage und verlassen dann den Brutbeutel. Nach 100 Tagen etwa und weiteren 10 bis 13 Häutungen sind die Tiere geschlechtsreif.
Vorbeugung
Beseitigung von Nahrungsquellen und möglichen Verstecken; solider Putz und Betonfußböden in Kellern, niedrige Temperatur, Austrocknen von Feuchtigkeit.
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Kleidermotte
Kleidermotte (Tineola bisseliella)
Allgemein
Die Kleidermotte (4-8 mm) gilt überall auf der Welt als ernster Schädling in Haushalten, wo sie Wollbekleidung, Teppiche und Polstermöbel, auch Fischmehl, Kasein und Trockenfleisch beschädigt. Auch in Rohwollelagern und Teppichwebereien ist sie gefürchtet.
Sie ist ein guter Läufer, jedoch das Fliegen meidet sie. Von anderen Schmetterlingen unterscheidet man sie am ruckeligen Zickzackflug und kann dabei aufgrund ihrer Ausdauer Entfernungen von mehreren hundert Metern zurücklegen.
Fortpflanzung und Entwicklung
Die etwa 50 Eier, welches ein Weibchen ablegt, werden zwischen Wollfasern geschoben und einzeln festgeklebt. Nach ca. 4 Tagen bis 3 Wochen schlüpfen 1 mm große Larven, die sehr beweglich sind und ohne Schwierigkeiten ganz kleine Öffnungen passieren können. Ab dem Zeitpunkt fangen sie an gierig zu fressen.
Die Raupe lebt in einer Art Tunnel aus Seidenfasern, welches ein Exkrement ihrer Speicheldrüsen ist. Sie spinnt sich in einem Kokon ein und verpuppt sich dann darin. Nach dem Schlüpfen verlässt die Imago die leere Puppenhülle.
Unter guten Bedingungen dauert so eine Entwicklungsphase durchschnittlich 65-90 Tage, kann sich aber auch bis zu mehreren Jahren hinziehen.
Normalerweise bringt die Kleidermotte nur eine Generation jährlich hervor, die Nachkommenschaft kann aber in geheizten Räumen in Nordeuropa auf bis zu vier ansteigen.
Vorbeugung und Schutz
Um einem Befall durch die Kleiderlaus vorzubeugen, sollte für trockene Luft in der Wohnung gesorgt werden und der Kleiderschrank regelmäßig durchgesehen werden. Des weiteren ist ein rechtzeitiges Reinigen verschmutzter Bekleidung unumgänglich.
Nach Aufspürung der Brutstellen müssen diese sofort vernichtet werden. Dieses können Woll- oder Pelzstücke an Kleidung, Klavierfilz, Filzisolierungen von Wasserleitungen oder verfilzte Schmutzknäuel hinter Möbelstücken sein.
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Läuse
Vorkommen
Die Kopflaus lebt überwiegend auf dem Haupthaar. Sie wird durch engen menschlichen Kontakt (schmusen, spielen) oder durch Kleidung übertragen. Die Kleiderlaus befällt den ganzen Oberkörper. Sie wird durch die Kleidung weitergegeben. In beiden Fällen bilden Garderoben wie z.B. in Kindergärten eine große Übertragungsgefahr.
Die Filzlaus ist fast quadratisch (oben etwas breiter) und wird max. 2 mm lang. Filzläuse leben überwiegend in Schambehaarung, seltener findet man sie in Bärten oder Augenbrauen. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch den Geschlechtsverkehr.
Schäden
Läuse verursachen Quaddeln durch Saugstellen und Juckreiz. Krankheitsübertragungen sind derzeit nicht bekannt. Früher übertrugen Kleiderläuse häufig Fleckfieber.
Vermeidung
Vorbeugen kann man leider nicht. Auch eine erneute Infektion ist durch soziale Kontakte immer möglich. Schädlingsbekämpfer wären glücklich, wenn z.B. im Kindergarten statt gemeinsamer Garderoben eigene Spinde für jedes Kind bereitgestellt würden. Damit wäre ein Hauptverbreitungsgebiet ausgeschaltet. Entdecken Sie bei Ihrem Kind Kopfläuse oder Nissen (Eier der Läuse), sollten Sie umgehend Lehrer oder Kindergärtnerin informieren, um der weiteren Ausbreitung Einhalt zu gebieten.
Bekämpfung
Eines vorweg: Es ist keine Schande, Läuse zu haben. Nur behalten sollte man sie nicht!
* Sehr sinnvoll ist die Anwendung eines Nissenkamms für die Larven, den man in der Apotheke bekommt.
* Befallene Kleidung oder Bettwäsche sollte man nach Möglichkeit mit mindestens 60° C. im längsten möglichen Waschgang reinigen. Wenn die Stoffe dies nicht vertragen: Die Wäsche drei bis vier Tage tiefgefrieren oder bei Zimmertemperatur (21 bis 23° C.) drei Wochen lang in einem geschlossenen Plastiksack lagern. Die junge Laus schlüpft acht Tage nach der Eiablage und stirbt nach drei Tagen ohne Nahrung.
Die gebräuchlichsten Präparate zur Läusebekämpfung sind vom Bundesgesundheitsamt "gelistet". Diese Mittel sind in der Apotheke mit und ohne Rezept erhältlich. Bitte lesen Sie vor der Anwendung genau die Gebrauchsanweisungen und handeln Sie auch danach! Falsch Dosierungen können dazu führen, daß sich die Läuse munter weiterentwickeln.
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Marder
Marder (Mártes fóina)
Steinmarder oder Hausmarder (Mártes fóina) waren uns meist als harmlose Tiere bekannt. Allenfalls Kleintierhalter mußten zuweilen Schäden hinnehmen. In letzter Zeit häufen sich aber Klagen über zerbissene Elektrokabel und Bremsschläuche an Fahrzeugen. Außerdem bringen Marder gerne Ungeziefer ins Haus. Entsprechend unbeliebt haben sie sich gemacht. Bei der Bekämpfung ist aber Zurückhaltung geboten; denn Marder stehen unter Schutz und dürfen nur im Januar gejagt werden - und dies auch nur von ausgebildeten Waidmännern.
Biologischer Steckbrief
Marder sind vorwiegend nächtliche Raubtiere, die in ihrer Mordlust oft große Blutbäder unter Hausgeflügel anrichten. Bei ca. 45 cm Körper- und 30 cm Schwanzlänge tragen sie einen gelbbraunen Balg und haben einen meist weißen Kehlfleck, der sich nach unten gabelt. Marder sind gewandt und auch geschickte Kletterer, die senkrechte Wände und Baumstämme erklimmen. Sie können gut schwimmen und nähren sich, (außer von Autoteilen) von Hausgeflügel, Mäusen, Ratten, Kaninchen, Vögeln und deren Eier, Eichhörnchen, Kriechtieren, auch Obst. Die Ranzzeit ist Juli/August und die Wurfzeit Ende April bis Mai. Ein Wurf besteht aus drei bis fünf, zunächst blinden, Jungen. Marder werden bis zu 15 Jahre alt.
Ratschläge - gerade genug
Nachdem das Erlegen auftretender Marder als Schädling, wie erwähnt, nicht oder kaum in Betracht kommt, muß nach anderen Möglichkeiten gefahndet werden.
Zur praktischen Durchführung: Marder im umbauten Raum werden entweder vergrämt oder gefangen. Am günstigsten ist die Vergrämung zu sehen. Marder haben ein vergleichsweise großes Revier von einigen Quadratkilometern, das im Siedlungsbereich auch Häuser mit einschließt. Auf seinen Beutezügen untersucht der Marder natürlicherweise auch Höhlen, zu denen erreichbare Dachböden zählen und auf denen sich nicht selten Nagetiere oder Vögel finden.
Zunächst ist zu klären, wie der Marder in das Haus eindringt (meist über dichtstehende Bäume, zwischen Regenrinne und Hauswand und dergl.). Solche Wege können an den Schmutz- und Kratzspuren leicht erkannt werden. Gegebenenfalls können überstehende Zweige oder Äste abgesägt werden. Die Eintrittsöffnung in das Haus (oft im Bereich der untersten Pfannenlage oder bei unsauber abgedichteten Ein-tritten in die Versorgungsleitungen) läßt sich ebenfalls oft finden und mit normalem Maschendraht oder ähnlichem abdichten.
Sehr effektiv sei bei Mardern die Vergrämung durch Geräusche. Dazu sind keine teuren Spezialgeräte (Ultraschallemittoren) erforderlich, einfache Kleinradios oder alte Rundfunkempfänger erfüllen ebenfalls diesen Zweck. Diese Geräte werden an eine Zeituhr angeschlossen, die Uhr so eingestellt, daß während der Dunkelheit in unregelmäßigen Abständen (10 bis 15 Minuten-Intervalle) Strom fließt und das Gerät Krach macht. Noch besser ist die Verwendung von Steckdosen mit Bewegungsmeldern in Verbindung mit dem Radio, so daß dieses nur gezielt bei Anwesenheit des Marders anspringt. Die Erfahrung hat angeblich gezeigt, daß in solchen Fällen der Marder den betreffenden Raum schnell meidet.
An Gesundbeterei grenzt der Ratschlag, Stoffbeutel mit Hundehaaren auszulegen oder gar Schweißsocken und -schuhe - aber auch solches empfehlen manche Experten.
Wegen der Rahmenbedingungen des Tierschutzgesetzes sind Vergiftungsversuche verboten und strafbar. Die andere Möglichkeit, den Marder zu fangen und ihn töten zu lassen, verkomplizieren die Sache ungemein: Man muß als Betroffener mit der Jagdbehörde Kontakt aufnahmen - und das kostet Zeit, wohl auch Geld.
Die andere Möglichkeit, nämlich den Marder zu fangen und in freier Wildbahn wieder auszusetzen, hat es auch in sich. Zum ersten sollten wenigstens 50 km Distanz zum Fangort eingehalten werden. Und außerdem ist es "nicht ganz ohne" einen panischen Marder aus der Falle zu entlassen.
Text nach Sellenschlo/Kolls.
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Messingkäfer
Messingkäfer (Niptus hololeucus)
Aussehen
Der Käfer wird 2,5 bis 4,5 mm lang und hat einen Körper mit sehr dichter, gold-gelber Färbung. Die Flügeldecken sind fast kugelig abgerundet.
Lebensweise
Der Messingkäfer stammt nach einigen Ansichten aus Kleinasien, andere Meinungen tendieren zu den Südgebieten der ehemaligen UdSSR. Von hier aus hat er sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Europa und weiter nach Amerika und in andere Regionen ausgebreitet. Heutzutage ist - bis auf die Tropen - nahezu in der ganzen Welt verbreitet.
Man findet diese Art vor allem in alten Häusern, landwirtschaftlichen Anwesen, auch in Brauereien und Mälzereien.
Die Larven entwickeln sich in Getreide, Kleie, Mehl, Backwaren, Haferflocken, Sämereien, Kakao, Gewürzen, getrockneten Pflanzen, Trockenfleisch und Kasein, Leder, Federn, Knochen, Stroh, Spelzen, in Bürsten und Papier.
Die Imagines ernähren sich ähnlich, jedoch richten sie größere Schäden an, da sie Leinen-, Woll- und Seidenstoffe dabei perforieren.
Der Messingkäfer ist ein Nachttier. Die länger als 8 Monate lebenden Imagines halten 2 Monate ohne jegliche Nahrungsaufnahme aus. Ebenso widerstandsfähig sind sie gegen Kälte, bewegen sich noch bei 5°C und kommen auch bei einer länger anhaltenden Temperatur von -4°C nicht um.
Entwicklung
Das Weibchen legt etwa 30 weiße, ovale, knapp 1 mm lange Eier mit einer klebrigen Oberfläche, die bewirkt, daß sie bald von einer feinen Staubschicht eingehüllt sind.
Die Larve entwickelt sich ca. 4-8 Monate. Das Entwicklungstempo hängt stark mit der Umgebungstemperatur und der Nahrungsqualität zusammen (Stoffe tierischer Herkunft beschleunigen die Entwicklung).
Nach Abschluss ihrer Entwicklung spinnt sich die Larve in einen lockeren Kokon ein, um sich in dessen Inneren zu verpuppen. Die Imago schlüpft nach ca. 20-30 Tagen. Im Laufe eines Jahres kommt gewöhnlich nur eine Generation zustande, in beheizten Räumen auch zwei.
Schäden
Diese Art greift zwar eine ganze Reihe von Produkten an und kann unter guten Voraussetzungen auch materielle Schäden anrichten, jedoch ist ihre Verbreitung in Stadthaushalten in größerer Anzahl nur eine Ausnahme
Vorbeugung
Die Brutstellen sollten aufgespürt und vernichtet werden. Wolle und Textilien regelmäßig reinigen oder ausklopfen, in die Sonne hängen, eventuell auch Polstermöbel.
Text nach Sellenschlo/Kolls.
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Pharaoameise
Pharaoameise (Monomorium pharaonis)
Allgemein
Die Pharaoameise stammt aus Indien. Ihren Namen verdankt sie dem Umstand, daß ihre erste wissenschaftliche Beschreibung anhand von Exemplaren vorgenommen wurde, die in den Mumien der ägyptischen Pharaonen gefunden worden sind. Nach Europa gelangte sie erst im vorigen Jahrhundert. Ihr allgemein verbreitetes Vorkommen in den letzten Jahrzehnten hängt mit den modernen Wohnsiedlungen zusammen. Man findet diese Art vorwiegend in den zentralgeheizten Wohnungen.
Die Pharaoameise bevorzugt warme und feuchte Orte. Ihre Kolonien nehmen nur einen winzigen Platz ein, normalerweise sitzen sie in Wandritzen, hinter Fliesen, zwischen Wänden und Möbelstücken, unter dem Fußboden oder in Spalten im Holz.
Lebensweise
Eine Kolonie enthält stets eine größere Anzahl eierlegender Weibchen. Unter den europäischen Bedingungen schwärmen diese Ameisen bis auf seltene Ausnahmen nicht, sondern paaren sich im Nestinneren, wo die befruchteten Weibchen dann bleiben. Neue Kolonien kommen zustande, wenn einige Königinnen mit Arbeiterinnen, Eiern und Larven das alte Nest verlassen und ein neues anlegen. Jede Königin legt im Laufe ihres Lebens nur etwa 300 Eier. Die Entwicklung der Arbeiterinnen von der Eiablage bis zum Schlüpfen dauert etwa 37 Tage, die Entwicklung der geflügelten Geschlechtstiere 4 Tage länger. Die Männchen leben nur einige Wochen, die Weibchen bis zu 300 Tagen. Sie besorgen sich ihre Nahrung nicht selbst, sondern lassen sich von den etwa 60 Tage lebenden Arbeiterinnen füttern. Die Arbeiterinnen pflegen in erster Linie die Nachkommenschaft und beschaffen Nahrung. Diese ist sehr abwechslungsreich, besteht aus Fleisch, Fetten, Käse, Marmelade, Honig Schokolade, Brot und Gebäck, aber auch aus toten und lebenden Insekten (einschließlich Schaben), allem möglichen Schmutz und auch verschiedenen anderen Stoffen (z.B. Ölfarben, Lack). Die Arbeiterinnen bringen auch Wasser in beträchtlichen Mengen ins Nest, sowohl zum Trinken als auch zur Hebung der Feuchtigkeit im Nestinneren.
Schadbilder
Die Pharaoameise ist ein sehr lästiger und unangenehmer Schädling, vor allem deshalb, weil sie auch in dichte Verpackungen eindringt. So kann man die befallenen Lebensmittel kaum durch vorbeugende Maßnahmen schützen.
Bekämpfung
Die Flächenbehandlung mit einem Insektizid erweist sich in der Regel als wirkungslos. Einen gewissen Erfolg erzielt man mit vergifteten Lockspeisen. In den letzten Jahren haben sich methoprenhaltige Köder gut bewährt. (Methopren ist ein Stoff, der dem die Entwicklung regulierenden Insektenhormon nahe kommt.) Bringen die Arbeiterinnen diesen Köder ins Nest und füttern damit die Königin, kann sich deren Nachkommenschaft nicht mehr auf normale Weise entwickeln. Die Folge ist ein allmähliches Aussterben der Kolonie. Eine erfolgreiche Anwendung dieser Köder erfordert aber beträchtliche Fachkenntnisse, man überlässt sie am besten Fachleuten. Der Vorzug dieser Methode ist ihre völlige Unbedenklichkeit für die Gesundheit.
Text nach Sellenschlo/Kolls.
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Reismehlkäfer
Der Reismehlkäfer ( Tribolium spec.) und seine Larven riechen stark nach Lysol. Sie kennen den Geruch aus alten Krankenhäusern oder von eingelegten Tierpräparaten. Die Befallsermittlung ist immer der erste Schritt zur Ungezieferbekämpfung - so auch hier. Erst wenn Sie wissen, mit welchem Ungeziefer Sie es zu tun haben und in welcher Menge, können Sie die richtigen Schritte einleiten.
Der Reismehlkäfer gehört zur Familie der Schwarzkäfer (Tenebrionidae). Er tritt in mehreren, sich ähnelnden Arten auf: Amerikanischer Reismehlkäfer (Tribolium confusum), Rotbrauner Reismehlkäfer (T. castaneum), Großer Reismehlkäfer (T. destructor) u.a.
Erkennen
Die Larven des Reismehlkäfers sind gelblichweiß und wurmartig. Die Larven des Reismehlkäfers strömen einen charakteristischen lysolartigen Geruch aus. Der Geruch erinnert daran, wie es früher im Krankenhaus gerochen hat oder wie Kopierstifte schmeckten.
Die ausgewachsenen Käfer werden 3 bis 5,5 mm groß, sind dunkelbraun bis schwarz und haben einen zylindrischen Körper. Auch sie riechen lysolartig.
Vorkommen
Reismehlkäfer entwickeln sich in den unterschiedlichsten trockenen pflanzlichen Stoffen wie Getreide, Getreideprodukten, Erdnüssen, Sonnenblumenkernen, Trockenobst usw. Reismehlkäfer sind vor allem Schädlinge in Mühlen und in Verarbeitungsstätten von stärkehaltigen Produkten. Mit den Waren aus den Mühlen werden sie häufig in die Privathaushalte eingeschleppt.
Schäden
Befallene Lebensmittel sind infolge der scharfen chinonhaltigen Ausscheidungen der Käfer wegzuwerfen.
Der versehentliche Genuß von Larven ist nicht gesundheitsschädlich. Größere Mengen befallenen Gutes sollten nicht verfüttert werden, da es bei Haustieren zu Krankheiten kommen kann.
Vermeidung
Durch Aufbewahren der Vorräte bei Temperaturen unter 15° C. wird die Käferentwicklung gestoppt. Eine Weitervermehrung wird so verhindert. Die Vorräte sollten außerdem trocken und möglichst verschlossen gelagert werden.
Bekämpfung
Vor der Bekämpfung ist eine Befallsermittlung durchzuführen. Dazu müssen alle pflanzlichen Lebensmittel kontrolliert werden. Die Befallsquelle erkennt man am Massenvorkommen der Käfer, am Auftreten der gelbweißlichen, wurmartigen Larven sowie an ihrem durchdringenden Geruch.
... und so wird's gemacht
Käfer in der Wohnung können direkt abgetötet werden oder mit dem Staubsauger entfernt werden. Vergessen Sie aber nicht, den Staubsaugerbeutel schnell außer Haus zu entsorgen, nachdem Sie die Käfer aufgesaugt haben.
Für eine chemische Bekämpfung können pyrethrumhaltige Präparate empfohlen werden, da diese nach kurzer Zeit in unschädliche Bestandteile zerfallen.
Diese Art der Behandlung ist leider nicht lang anhaltend und muß daher öfter wiederholt werden. Grundsätzlich stehen auch Langzeitmittel zur Verfügung (Carbamate, Pyrethroide, Organophosphorsäureester usw.). Nichtfachleute dürfen aus Sicherheitsgründen auf keinen Fall mit diesen Mitteln arbeiten, denn bei solchen Giften spielt die Dekontamination eine entscheidende Rolle, und die kann von Laien nicht durchgeführt werden.
Wenden Sie sich lieber an einen professionellen Schädlingsbekämpfer.
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Schaben
Deutsche Schabe (Blatella germanica)
Allgemein
Die Deutsche Schabe, welche 11 - 13 mm lang sein kann, lebt heutzutage seltener in Wohnungen als früher. Sie tritt in Restaurants, Krankenhäusern und auch auf Schiffen nicht nur regelmäßig vereinzelt auf, sondern auch vielfach in großen Massen. Dieser uralte Begleiter des Menschen wurde in verschiedenen Verkehrsmitteln mit allen möglichen Frachten verbreitet. Die Deutsche Schabe ist ein schneller und ausdauernder Läufer. Die Deutsche Schabe ist nachtaktiv; wird sie aber auch tagsüber in größerer Anzahl entdeckt, so ist das ein Zeichen für ihre fortgeschrittene Verbreitung in der Umgebung.
Lebensweise, Biologie
Diese Spezies kann sich besser fortpflanzen, als die anderen Schabenarten. Das Weibchen legt 15 - 45 Eier in eine Kapsel, die sogenannte Oothek. Diese entsteht am Hinterleibsende aus Absonderungen spezieller Drüsen. Die Oothek wird am Hinterleib ständig mitgetragen und erst ein paar Stunden vor dem Schlüpfen der Nymphen aus den Eiern abgelegt. Die Nymphen, welche zunächst weiß gefärbt sind und später nachdunkeln, sprengen diese Oothek in der Längsnaht auf und kommen durch einen Spalt ins Freie. Ein Weibchen paart sich im Laufe des Lebens mehrmals. Es entstehen so bis zu 4 Ootheken. Die Entwicklungsdauer hängt hauptsächlich von der Temperatur und erst in zweiter Linie von anderen Bedingungen ab. Bei ca. 30° C entwickelt sich das Imago aus dem Ei innerhalb von 50 - 60 Tagen. Die Deutsche Schabe hat eine Färbung von rotbraun bis rotgelb. Der Vorderbrustrücken ist mit einer dunklen rotbraunen trapezförmigen Scheibe versehen, die von einem hellen durchscheinenden Seitenrand umgeben wird. Die Vorderflügel überragen nur beim Männchen den Hinterleib. Beim Weibchen überragen die Vorderflügel diesen nicht bzw. kaum. Außerdem sind die Weibchen in der Regel intensiver gefärbt als die Männchen.
Schäden
Deutsche Schaben sind Schädlinge, die nicht nur Nahrungsmittel und Saatgut befallen, sondern auch Holzgegenstände, Verpackungsmaterialien, Bucheinbände, Textilien und sogar Rohre und Kabel. Sie sind Überträger von Krankheiten durch die Tatsache, dass sie auch Abfälle und anderen Schmutz belaufen und sich somit mit Keimen und Bakterien
Orientalische Schabe (Blatta orientalis)
Biologie
auch Küchenschabe oder Kakerlake genannt. 20-28 mm groß. Männchen kastanienbraun, Flügel etwas kürzer als der Hinterleib. Weibchen fast schwarz, besitzt nur Flügelstummel. Eipaket mit etwa 16 Eiern wird schon nach 2-5 Tagen an geschützte Orte abgelegt. Larven schlüpfen erst nach 2-3 Monaten. Entwicklung bei hohen Temperaturen nach 22 Wochen abgeschlossen, normalerweise aber erst nach einem Jahr. Sonst wie Deutsche Schabe, aber wärmeliebender. Verbreitet einen süßlichen, widerlichen Geruch.
Schäden
Sie sind Allesfresser und gehen auch an organisches Material aller Art, wie z.B. Gewebe, Leder und Papier. Feuchte, weiche, auch faulende Lebensmittel und Stoffe werden am liebsten aufgenommen. Schaden durch Verunreinigung und Verbreitung von Fäulniserregern, Krankheitskeimen, wie z.B. Milzbrand, Salmonellen, Tuberkulose; auch Zwischenwirt von Fadenwürmern. Mit verantwortlich für den Hospitalismus in Krankenhäusern.
Text nach Sellenschlo/Kolls.
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Siebenschläfer
Siebenschläfer oder Bilche (Glis glis) sind liebe und nette Kerle, so lange sie uns Menschen nicht zu nahe kommen. Lästig werden sie jedoch, wenn sie im Herbst aus Wäldern, Parks oder Obstgärten in Häuser und Vorratskammern eindringen, wo sie des Nachts herumtoben und dort auch ihren Winterschlaf halten. Abwehrmaßnahmen müssen berücksichtigen, dass Siebenschäfer unter Naturschutz stehen.
Erkennen
Siebenschläfer werden 12 bis 19 cm groß. Ihr Schwanz wird 11 bis 16 cm lang und ist buschig behaart. Die Oberseite ist blaugrau gefärbt und wirkt leicht berußt. Unten ist ihr Körper weiß. Der Kopf ist nach vorne zugespitzt. Ihre großen Augen sind von dunklen Ringen umgeben. Die breiten Ohren stehen aufrecht und sind fast nackt. Lange Schnurrbarthaare weisen darauf hin, dass sie nachtaktiv sind.
Vorkommen und Verhalten
In Mittel- und Südeuropa sind Siebenschläfer sehr häufig, aber zunehmend machen sie sich auch in unseren Breiten bemerkbar. Sie bevorzugen gebirgige und hügelige Landschaften und leben dort in Laubwäldern, auch in Parks und Obstanlagen. Tagsüber schlafen sie, und des Nachts suchen sie nach Eicheln, Bucheckern, Haselnüssen, Kastanien, Beeren, Obst und Kerbtieren. Ihre Bewegungen sind flink und anmutig.
Von Juni bis August stellt sich der Nachwuchs in Form von drei bis fünf blinden Jungen ein. Der Winterschlaf - am liebsten in Gemeinschaft kalt und regungslos eingerollt - beginnt spätestens im Oktober.
Schäden
In Obstanlagen Schaden durch Benagen der jungen Rinde junger Bäume ("Schläferringelung").
Verbeißt Jungtriebe und plündert Vogelnester. An und in Gebäuden vielerlei Materialien (Holz, Textilien, Kunststoffe, isolierte Leitungen benagt, bis hin zur vollständigen Zerstörung.
Vermeidung
Einer Zuwanderung in Gebäude kann nur durch bauliche Maßnahmen, z.B. Montage von Lochblechen, Metallverwahrungen usw., vorgebeugt werden.
Bekämpfung
Siebenschläfer stehen unter Artenschutz. Bekämpfungsmaßnahmen im eigentlichen Sinn (Zwangsbegiftung) sind daher verboten. Alternativ kommen daher der Einsatz von Lebendfallen und Vertreibungsmitteln in Betracht. Wenden Sie sich an den Fachbetrieb!
Graf/Weidner/Schädler/Lanz qm-hb/info/siebenschläfer neu
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Tauben
Verwilderte Haustaube (Columbia livia domestica)
Allgemeines
Verwilderte Haustauben bringen in der Regel katastrophale Folgen mit sich und stellen Stadtverwaltungen diesbezüglich vor enorme Probleme, denn neben Kotverschmutzungen sind sie gefährliche Krankheitsüberträger.
Trotz aller Gefahren wird die Taube bei vielen Menschen mit dem Friedenssymbol verbunden; oder seien es die Urlaubserinnerungen an Venedig - Markusplatz und Tauben. Die Diskussionen über die Taubenproblematik wird in der Regel auf zwei Ebenen - der sachlichen und der gefühlsbetonten - geführt. In diesem Kontext wollen wir Ihnen mit Fakten aufzeigen, daß verwilderte Haustauben sehr ernstzunehmende Krankheitsüberträger sind.
Herkunft - Lebensweise - Biologie
In Deutschland gibt es mehrere wildlebende Taubenarten, wobei die verwilderte Haustaube in den Städten eine besondere Stellung einnimmt. Sie stammt ohne Zweifel von der Felsentaube (Columbia livia) ab, allerdings ist es kaum möglich, einen direkten Bezug herzustellen.
Verschiedene Züchtungen über mehrere Jahrtausende und wild erbrütete Nachkommen lassen einen Zugriff auf die Felsentaube kaum mehr zu. Die Zerstörung vieler Taubenschläge im 2. Weltkrieg, die günstigen Nistmöglichkeiten in Ruinen, sowie die intensive Fütterung durch den Menschen hat dazu beigetragen, dass der Siegeszug unvermindert anhält. Das Farbspektrum der Gefieder ist sehr reichhaltig gefächert, von schwarz, weiß, blau bis braun. Ebenso variabel ist die Größe der Tiere, welche zumeist bei ca. 35 cm liegt; sie wiegen zwischen 350 und 500 Gramm. Die verwilderten Haustauben haben ihre Fressgewohnheiten dem Lebensraum Stadt angepasst, wobei das Spektrum über Brot, Brötchen, Bockwurst, Abfälle von Fastfood bis hin zu Ketchup, Mayonnaise und Senf reicht.
Anpassung wird von allen Lebewesen der Erde gefordert, es gibt aber Verhaltensweisen, die sich nur sehr schwer und langfristig ändern lassen. Die verwilderte Haustaube ist von Natur aus Höhlenbrüter und nistet nach ihren von der Felsentaube abstammenden Bedürfnissen. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegen Kälte und Zugluft legen sie ihre Nistplätze zumeist auf geschützten Süd- und Ostseiten von Gebäuden an. Straßenbrücken, versteckte Winkel von Kirchtürmen oder defekte Dächer mit Zugang zum Dachboden sind vorrangig genutzte Plätze. Weniger gegen Witterungsverhältnisse geschützte Plätze bilden hier eher die Ausnahme.
Weniger konformes Verhalten zu Ihrer Abstammungsrasse zeigt die verwilderte Haustaube bei der Anzahl der Bruten pro Jahr. Im Gegensatz zur Felsentaube, welche 2-3 Bruten jährlich zieht, bringt es die verwilderte Haustaube unter guten Bedingungen nicht selten auf 10 Bruten. Knapp 4 Wochen nach dem Schlüpfen verlassen die Jungtauben das Nest und sind nach ca. 6 Monaten geschlechtsreif. Nur Winterbruten schränken die Vermehrungsrate ein, da diese aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht überleben können. Des weiteren sorgt eine mangelnde Trinkwasserversorgung in heißen Tagen für eine Dezimierung des Bestandes, aber trotz dieser Einschränkung gibt es bei der verwilderten Haustaube noch immer ein beträchtliches Vermehrungspotential.
Tauben treten biologisch formuliert in Schwärmen auf. Diese beschränkt sich aber nicht nur auf das gemeinsame Auftreten, sondern gibt es hier auch feste Futter- und Nistplätze. Abnormes Verhalten oder plötzliches Auffliegen eine Tieres führt innerhalb von Sekunden zur Flucht des gesamten Schwarmes. Im Gegensatz dazu können die verwilderten Haustauben sehr zutraulich werden und fressen bei Gewöhnung an den Menschen sogar aus der Hand.
Verwilderte Stadttaube
Ein Problem, mit dem man leben muss?
Eines sollte von vornherein klar sein: Wenn hier von Tauben die Rede ist, dann meinen wir Stadttauben, also verwilderte, herrenlose Tiere. Ohne Zweifel Schädlinge ersten Ranges. Ihre Bekämpfung ist Pflicht.
Kein seltenes Bild in unseren Städten: Massenweise Tauben an und auf Gebäuden. Unmengen Kot in und bei den Niststellen - überall. Manchmal zentnerweise. Und knöcheltief, durchsetzt von Fliegenmaden. Brutstellen für vielerlei Ungeziefer. Unglaublich! Den wenigen Kot, den Sie normalerweise sehen oder der auf Ihre Kleidung fällt ist nur die Spitze des Eisberges. Eine Taube produziert rund 25 kg Kot pro Jahr! Die meisten haben keine Ahnung von der Gefährlichkeit!
- Tauben machen krank.
- Taubenkot ist aggressiv.
- Taubenkot ist gefährlich.
- Taubenkot stört.
Es geht darum, Tauben von bestimmten Stellen dauerhaft fernzuhalten.
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Taubenzecke
Taubenzecke (Argas reflexus)
Aussehen
Der Körper der Taubenzecke ist flach eiförmig, mit fein gefurchten Rändern, die nach oben umgebogen sind. Sie ist gelblich gefärbt und nach Einnahme der Blutmahlzeit wechselt die Farbe zu braunrot. Auf dem Rücken hat die Taubenzecke zahlreiche Gruben und Augen sind nicht vorhanden.
Die Körpergröße ist je nach Geschlecht unterschiedlich: Männchen werden 4-5 mm groß, Weibchen 7-10 mm.
Vorkommen
Taubenzecken sind in den wärmeren Ländern und in Mitteleuropa verbreitet. Neben dem klassischen Vorkommen in Geflügelhaltungen nimmt die Verbreitung unter verwilderten Haustauben in den Städten zu. Dort wo die Tauben ihre Nist- und Ruheplätze angelegt haben, ist ein Auftreten der Taubenzecke nicht auszuschliessen. Sie ist überwiegend nachtaktiv und hält sich tagsüber als Ektoparasit in Ritzen, Spalten, Ecken, unter Spinnweben und an anderen Unterschlupfstellen in Taubenschlägen und Hühnerställen auf. Sie geht aber auch auf Enten, Gänse, Spatzen u.a. Vogelarten über, wobei sie auch Säugetiere und Menschen in ihrem Befallsbereich nicht verschont.
Entwicklung
Das Weibchen legt zwischen 20 - 100 ovale, 0.6 mm große Eier an verdeckten Stellen ab. Dieses geschieht mehrmals jährlich und die Eier sind anfangs bräunlich und werden später weiß. Nach 2-8 Wochen schlüpfen die ca. 2-3 mm großen, rundlichen und kurz behaarten Larven. Ihre sechs langgliedrigen Beine enden mit Klauen und Haftlappen. Nach 8-14 Tagen saugen sie auch tagsüber Blut. Sie setzen sich an der federfreien Haut fest, wie beispielsweise am Hals, an Schenkelinnenflächen oder unter den Flügeln.
Wenn sie vollgesogen sind, fallen sie als kleine schwarzrote Kugeln auf, verlassen den Wirt und verkriechen sich. Nach 4-9 Tagen häuten sie sich zum erstenmal zur achtbeinigen Nymphe. Das erste Nymphenstadium ähnelt dem ausgewachsenen Tier, ist jedoch kleiner und ohne Geschlechtsöffnung.
Die Nymphen saugen nachts und nach einem Zeitintervall von ca. 3 Wochen entwickeln sich bis zu vier Nymphenstadien, danach die geschlechtsreife Zecke. Sie nimmt in der warmen Jahreszeit bis zu 30 Minuten Blut monatlich auf. Larven und Nymphen säugen nur einmal Blut zwischen den Häutungen, die adulten Zecken wiederholt. Zehn Zecken saugen bis zu 3 ml Blut. Der Entwicklungszyklus ist von den äußeren Umständen abhängig: Bei Blutspendermangel dauert es bis zu 3 Jahre, kann aber schon nach 3 Monaten abgeschlossen sein, wenn ein Wirt vorhanden ist. Geschlechtstiere gelten als kälteresistent und sollen ohne Nahrungsaufnahme bis zu 6 Jahren überleben können.
Beeinträchtigung
Der Stich einer Taubenzecke kann zu juckenden, schmerzenden Bissreaktionen, sowie zu lokal begrenzten Entzündungen (Kratzekzeme), Hauteiterungen wie bei Verlausung, schwer heilenden, nässenden und ausgedehnten Hautgeschwüren führen.
Allgemeinreaktionen wie Atemnot, beschleunigter Puls, Erbrechen, Atemwegs- und Hautallergien, sowie psychische Reaktionen sind durchaus im Bereich des Möglichen nach einem Einstich.
Text nach Sellenschlo/Kolls
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Teppichkäfer
Aussehen
Teppichkäfer sind unscheinbare kleine Käferchen, deren Körperlängen zwischen 2-3,8 mm schwanken. Der buntfleckige Teppichkäfer hat elfgliedrige Fühler.
Lebensweise
Das befruchtete Weibchen dringt im Mai/Juni in Gebäude ein und legt dort ca. 30 Eier. Nach 15 Tagen schlüpft eine Larve, die sich bis zu zwölfmal häuten kann, bevor sie erwachsen ist. Die Larven verpuppen sich zum Großteil im Herbst. Innerhalb von 10 - 19 Tagen schlüpft die Imago, verbleibt aber bis zum Frühjahr in der Puppenhaut. Der kleinere Teil der Larven überwintert, setzt im Frühjahr den Mastfraß fort und ist erst danach reif.
Die Larven des Teppichkäfers sind gefährliche Schädlinge, welche an Teppichen, Textilien, Pelzwerk aber auch an Leder, Seide, Federn, Horn und insbesondere Insektensammlungen u.a. naturkundlichen Schaustücken immense Schäden anrichten können.
In freier Natur entwickeln sie sich in Vogelnestern, auf den Kadavern von Vögeln und Säugern sowie in den Nestern wilder Bienen.
Vorbeugung
Man sollte bei Teppichen darauf achten, dass diese auf glatte, fugenlose Fußböden und nicht bis an den äußersten Rand verlegt werden. Oft saugen und ausklopfen.
Naturkundesammlungen sollten in gut abgedichteten Kästen oder Containern untergebracht werden und präventiv mit Chemikalien behandelt werden. Konsequente Beseitigung von Schmutzteilchen, die sich hinter Möbeln, Kücheneinrichtungen und in Fußbodenritzen sammeln. Beseitigung von verlassenen Vogel-, Mäuse- und Wespennestern, sowie von ausgetrockneten Kadavern jeglicher Art.
Text nach Sellenschlo/Kolls.
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Wanderratte
Wanderratte (Rattus norvegicus)
Biologie
Körperlänge bis 25 cm, Schwanz schuppig und geringelt bis 22 cm lang. Oberseite des Felles graubraun bis rötlichbraun gefärbt. Der Bauch ist hellgrau bis weißlich. Die Gliedmaßen sind kurz und die Vorder- und Hinterpfoten nackt und rosafarben. Die Ratten besitzen wie alle Nagetiere im Oberkiefer und Unterkiefer je zwei als Nagezähne ausgebildete Schneidezähne. Diese sind kräftig, meißelartig und tief im Kiefer verankert; sie müssen ständig benutzt werden, da sie sonst weiterwachsen.
Schaden
Verschmutzung und Fraß der Nahrungs- und Futtermittel aller Art, auch verdorbener und faulender Substanzen. Daher häufig auf Müllplätzen. Nagetätigkeit an Verpackungs- und Baumaterial. Schäden auch in Feldbeständen, z.B. Mais. Nimmt auch tierische Nahrung zu sich; kleine Haustiere können angefallen und getötet werden.
Übertragen direkt oder indirekt viele gefürchtete Krankheiten auf Mensch und Vieh, z.B. Typhus, Cholera, Ruhr, Pest, Tuberkulose, Trichinose, Maul- und Klauenseuche u.a.
Text nach Sellenschlo/Kolls
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